offene Türen.

Wir leben in einem Land, einer Zeit und einer Gesellschaft, in der wir die Wahl haben. Wir sind frei in unseren Entscheidungen. Nahezu jede Tür steht uns offen.

Dennoch fällt es schwer abseits des normalen Weges Schritte zu wagen.


Die Dinge schienen so zu laufen, wie sie es anscheinend müssen. Ein nahtloser Übergang von Bachelor zu Master. Das gehörte dazu. Man macht einfach weiter. Abi, Bachelor, Master, Arbeit. So muss es laufen. Und so kann es laufen und manchmal kann es so auch gut gehen. Nicht aber für mich. So sehr ich es auch versuchte, konnte ich es nicht schaffen, dass es sich richtig anfühlt.

Mitten drin. Halbzeit. Für mich ist es Zeit vom Platz zu gehen.


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Ich brauchte mehr als ein Jahr. Das Ende des Bachelor, die Hälfte des Masters. Eine Zeit voller Wut, Zweifel und Ratlosigkeit. „Warum machst du das?“ Die entscheidende Frage, welche mir ab einem gewissen Punkt nicht mehr aus dem Kopf ging. Ich konnte sie weder abschütteln, noch konnte ich sie beantworten. Ich wusste  einfach nicht, warum ich wieder und wieder im Hörsaal saß. Diese Studium, so gegensätzlich zu mir und meiner Person. Ein theoretisches Modell jagt das Nächste, leidenschaftslose Professoren, Chaos und eine Stadt, die mich bremste.

Nach einer gewissen Zeit und mit etwas Abstand betrachtet kenne ich die Antwort auf die Frage des Warum. Ich dachte, ich hätte keine andere Wahl. So simple, so falsch.

Wir haben das Glück durch nahezu jede Tür gehen zu können. Das Einzige, was wir dafür benötigen ist Mut, Willenskraft und die Gewissheit, dass es in Ordnung ist andere Wege zu gehen.

Marina Keegan schrieb Worte, die mich stocken ließen, als ich sie das erste Mal hörte. Ein Hörspiel, irgendwo auf der Autobahn zwischen Krakau und Dresden.„Wir dürfen nicht vergessen, dass uns immer noch alles offensteht. Wir können es uns anders überlegen. Von vorn anfangen. […] Die Vorstellung, dass es für etwas zu spät ist, erscheint mir komisch. Zum Totlachen. […] Wir sind so jung. Wir können, wir dürfen dieses Gefühl der Möglichkeit nicht verlieren, denn letztlich ist es alles, was wir haben.“


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Die finale Pro-Kontra-Liste ist eindeutig. Für mich war es an der Zeit dieses Studium hinter mir zu lassen. Der Druck durch die Gesellschaft darf einen nicht daran hindern eine gegensätzliche Entscheidung zu treffen. Eine Entscheidung die eventuell nicht in das normale Bild passt. Nichts würde mich mehr enttäuschen als in einigen Jahren mit Reue zurück zu blicken, weil ich einfach weitermachte, mit dem Gedanken keine Wahl zu haben.

Die von mir fallende Last und der Elefant der allmählich von meiner Brust verschwand, zeigen mir, dass sich nun alles fügt. Und letztlich ist es das, was zählt. Es fühlt sich endlich richtig an.

Niemals darf man im Trott verloren gehen. Niemals darf man einfach mit schwimmen, ohne zu hinterfragen, ob es das Richtige für einen ist. Nie darf man vergessen, dass man die Wahl hat.

Bis zum nächsten Mal, sofern ihr euch dafür entscheidet.

Eure Laura.

3 Gedanken zu „offene Türen.&8220;

  1. Du hast so Recht, man darf nicht im Trott verloren gehen. Nur weil etwas gerade da oder sicher ist heißt es nicht dass es richtig ist. Angst ist nie ein guter Berater und alles was man gern macht hat auch eine ganz andere, viel bessere Qualität.
    Mein voller Respekt dafür und alles Gute :)

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